Eiweiße – alles klar?

bildDa die UTA 10 der BBS N Lu  bereits im letzten Jahr im Rahmen des Projektes Naturwissenschaften hautnah erleben für eine 4. Grundschulklasse ein Thema vorbereitet hat,  konnte sie sich völlig entspannt der neuen Aufgabe widmen.

Am 25.10.11 pünktlich um 8:15 Uhr trafen wir in der Karl Kreuter Grundschule ein, um der Klasse 4a und ihrem Klassenlehrer, Herrn Heck, möglichst viel über Eiweiße näher zu bringen.

„Die sind aber brav!“ flüstert Jean Junior Marius zu, denn die Grundschüler sitzen schon verteilt an fünf Stationen und schauen erwartungsvoll, was jetzt wohl passiert.

Nachdem das Equipment verteilt ist, geht es auch schon los: Tatiana und Kathrin, die die Station „Proteine – Alleskönner im Körper“ betreuen, sind erstaunt über das Wissen der Grundschulkinder. Allerdings werden die Augen der Kids immer größer als sie erfahren, dass ohne Proteine nicht einmal ein Lächeln möglich wäre, das Abwehren von Krankheitserregern ausgeschlossen und unsere Nahrung nicht verdaut werden könnte. bild1

„Echt?“ fragt Jonas ungläubig, „Proteine zerlegen mein Essen?“ „Ja“, erklärt Kathrin indem sie Enzyme mit Messern vergleicht, die die Nahrung in ihre Bausteine zerlegen.

bild2An der Station „Die Spiegelei-Story“ schlägt Lisa gekonnt ein Ei in die Pfanne und beobachtet die Veränderung des Eiklars. Auch Felix und Fritz schauen gebannt in die Pfanne und schreiben ihre Beobachtungen auf. Eine Filmsequenz aus „Der Sendung mit  der Maus“ erklärt hervorragend, wie es zur Veränderung des Eiweißes von klar zu weiß kommt. Das AHA-Erlebnis ist perfekt, die Kinder wieder etwas schlauer.

An einer anderen Station versuchen Lena und Benjamin ein auf dem Tisch verteiltes Sammelsurium von Hufen, Federn, Wolle, Haaren, Fell, Haut, Horn und Schuppen den menschlichen Haaren und Finger-, und Fußnägeln zu zu ordnen. „Unglaublich“ staunt Lena, „aber eigentlich klar, wenn man alles so vergleicht!“

Auch an der Station von Max und Simon geht es lebhaft zu, sollen doch die Grundschüler Eiweiße hinsichtlich pflanzlicher und tierischer Herkunft katalogisieren. „Was ist denn das?“ fragt Lamara und deutet auf den Begriff Schillerlocke. „Tierisch oder pflanzlich?“ rätselt Dominik. „Tierisch!“ erläutert Simon fachmännisch „und zwar vom Haifisch.“

Währenddessen brütet eine Gruppe über dem englischen Buchstabensalat, den Marius aus den neuen Fachbegriffen zusammengestellt hat.

„Also diese Klasse ist ganz anders als die 4. Klasse im letzten Schuljahr“ sinniert Mathias, „die Kinder wissen sehr viel, sind aber kein bisschen  vorlaut, antworten nur, wenn sie gefragt werden und gehen insgesamt beim Lösen der Aufgaben sehr analytisch vor!“

„Ich bin gespannt wie sie sich in unseren Labors anstellen“, überlegt Marius.

„Sehr gut“, findet Herr Dr. Fink, der einige der Grundschüler sofort als BTA einstellen würde, nachdem er sie am 9. Nov.11 in unserer Schule beim Experimentieren beobachten konnte.

Da sich die UTA-Klasse und die 4. Grundschulklasse schon kennen, verläuft der 2. Projekttag problemlos.

Der Tag an der BBS N Lu dient dazu, das erworbene Wissen direkt an zu wenden und umzusetzen. Wie allerdings aus Milch Plastik werden soll, ist den Kindern völlig unklar, bis sie durch selbständiges Experimentieren die Antwort erhalten. „Cool!“ meint Yusuf. Das finden auch Josephine, Laura und Dominik, die an der Bastelstation aus bunten Pfeifenputzern und Holzperlen (20 verschiedene Farben der Perlen = 20 verschiedene Aminosäuren) individuell Proteine zusammen bauen. Es entstehen „Antikörper“ zum Schutz vor Ansteckung, ein „Hirnprotein“ und Muskelproteine. Indem die Kinder selbst Eiweißmodelle bauen, begreifen sie die Komplexität der Makromoleküle und erkennen, dass ein Protein nur in einer bestimmten räumlichen Struktur funktionsfähig sein kann.

Unterdessen haben an der Station: Spucke baut Stärke ab, Lukas, Sara und Leon erfolgreich das Enzym Amylase aus ihrem eigenen Speichel getestet. Auch die Biuret-Probe als Nachweisreaktion auf Eiweiße findet großen Anklang, wird doch eine vorher farblose Lösung bei Anwesenheit von Proteinen intensiv violett.

„Darf ich das Ei aufschlagen?“ bittet Celine Mathias an der Station: Eiweiß verändert sich.

Fast hätte sie es geschafft, aber dann fließt doch etwas Eigelb mit in das Gefäß. Zum Glück sind Eier in Reserve da, sodass der Versuch wiederholt werden kann und die Kids zu der Erkenntnis kommen, dass Hitze, Alkohol und Säure schädlich für Proteine sind, weil sie die Struktur zerstören. „Genau wie bei Wolle“, weiß Sara, „wenn man die zu heiß wäscht, verfilzt sie.“

bild3Und noch einmal geht es um die Struktur. Im Physik-Labor baut Herr Seif mit Moritz H. und den Grundschulkindern eine Apparatur auf, die den Kindern die Größe von Eiweißmolekülen „sichtbar“ macht. Die Grundschüler sind beeindruckt und schreiben akribisch mit, was Herr Seif ihnen diktiert.

Zur gleichen Zeit versuchen Justin, Benjamin und Michelle beim anspruchsvollen Memory mit Bildern,  englischen und deutschen Begriffen zum Thema Proteine möglichst viele Paare zu ergattern.

Sicherlich haben die Grundschüler ihr Wissen erweitert, haben Einblicke in die Naturwissenschaften erhalten und ganz einsichtig ihre Präkonzepte Proteine betreffend über Bord geworfen.

Meine Schüler sind im Vergleich zum letzten Jahr selbstbewusster und kompetenter aufgetreten, waren rhetorisch versierter und strahlten sehr viel Ruhe und Sicherheit aus.

Abschließend möchte ich mich bei meinen Kollegen, Herrn Dr. Fink und Herrn Seif, für ihre tatkräftige Mithilfe bedanken. Außerdem bei meinen UTA-Schülern sowie  Herrn Heck mit seiner  Klasse 4a der Karl Kreuter Grundschule.

Mein besondere Dank geht auch in diesem Jahr wieder an Herrn Felix Mayer von der Stiftung Pfalzmetall, die das Projekt seit 2007 finanziell unterstützt.

CvH

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