Eine verlorene Jugend in der DDR

Claus Irmscher und Gisela Rein – Zeitzeugen berichten

Jugend bedeutet für jeden die schönste Zeit im Leben. Man kann frei sein, Dinge tun, die einem Spaß machen und Tag für Tag neue Orte und Menschen kennenlernen. Doch diese Möglichkeit bestand nicht immer.

Zu DDR-Zeiten hatten die Jugendlichen kaum Freiheiten. Sie wurden eingeschränkt in ihrem Denken und Handeln und es war problematisch, Neues kennen zu lernen. Das Buch „Falkenflug – eine verlorene Jugend in der DDR“ von Gisela Rein-Irmscher und Claus Irmscher erzählt die traurige Geschichte von Peter, genannt Barry, einem Jungen, der seine Jugend in der DDR verbracht hat

Quelle: www.von-buelow-gymnasium.de/…/Journalistischer%20Bericht%20-%20%20Lesung… vom 11.06.2019)

Am 29.Mai 2019 besuchten Frau Gisela Rein und Claus Irmscher, zwei DDR-Zeitzeugen, die BBS Naturwissenschaften. Sie berichteten über eine Familiengeschichte, die sich in den 70er/80er Jahren in der DDR zugetragen hat.
Als die Referentin nach ca. 15 min ausführte, dass der Sohn dieser Familie, der für 40 000 DM von der Bundesrepublik freigekauft wurde, bei einem Verkehrsunfall im Westen tragisch ums Leben kam, und plötzlich bekanntgab, dass sie die Mutter des Verunglückten ist, hätte man eine Stecknadel im Filmsaal fallen hören können – so große Betroffenheit machte sich daraufhin im Zuhörerraum breit.
Im weiteren Verlauf der Lesung wurden verschiedene Situationen, in denen ihr Sohn mit der Staatsmacht in Konflikt geraten war (Festnahmen, Gefängnisstrafen, Verhöre, Verbote, etc.) in Beziehung gebracht zu der DDR-Verfassung.
Herr Irmscher stellte dabei an mehreren Beispielen die Diskrepanz zwischen Bürgerrechtsanspruch von Artikeln der DDR-Verfassung und der praktizierten Wirklichkeit im Alltag an Personen vor, die nicht „auf Linie“ waren. Die Schülerinnen und Schüler waren in diesen Augenblicken besonders still und nachdenklich.

Leider war gegen Ende der Veranstaltung die Zeit bereits so weit fortgeschritten, dass sich für tiefergehende Fragen keine Gelegenheit ergab, diese zu stellen. Die Fachkollegen bereiteten dies aber in der nachfolgenden Sozialkundestunde der Jugendlichen nach und erläuterten bei reger Beteiligung ihrer Schüler/innen die geschichtlichen Zusammenhänge auch aufgrund eigener Erfahrungen.
Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die auf Zuhörerseite Nachdenklichkeit hervorgerufen hat.

Für die FK Wirtschaftskunde/Sozialkunde

Schulze, Nikolaus, Wallenfels

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